Hurtigruten - die schönste Seereise der Welt: Teil 2

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Veröffentlicht am 28.05.2005

Überquerung des Polarkreises
An der Küste liegen nur kleine Orte. Unberührt vom Tourismus führen sie ihr eigenes Leben, umgeben von Einsamkeit und unberührter Natur. Es ist eine ruhige Fahrt in den küstennahen Gewässern, gerade richtig für Erholung, Entspannung und Beobachten der Natur.Auf der Strecke von Nesna nach Ørnes wird der Polarkreis überquert. Hier beginnt das Reich der Mitternachtssonne. Bei gutem Wetter sieht man die Sonne 24 Stunden über dem Horizont – die Nacht weicht für Wochen der Dämmerung. An Bord kann ein Ausflug zum Svartisengletscher gebucht werden. Es ist eine einmalige Gelegenheit einen Gletscher, den zweitgrößten Norwegens, aus nächster Nähe zu erleben. Die Nordnorge fährt inzwischen an der Küste entlang und wartet in Bodø auf die Ausflügler.


24 Std. Mitternachtssonne.  Foto: md

Dorschfang auf den Lofoten
Die Nordnorge nimmt Kurs von Bodø auf die Lofoten. Es dauert über vier Stunden, bis am Horizont die bizarren Gipfel der Inseln erscheinen. Gebe es nicht den Fischreichtum, wären die Inseln längst nicht so bekannt. Seit über 1000 Jahren wird im Gebiet rund um die Lofoten Fisch gefangen. Es ist der Dorsch, der von Januar bis März Fischer aus ganz Norwegen zu den Inseln lockt. Früher gab es keine festen Behausungen, in der 3-monatigen Saison schliefen die Fischer einfach unter den umgedrehten Booten. Später gab es die ersten Rorbruer, Häuser am Wasser, in denen man heute seinen Urlaub verbringen kann. Mit dem Erscheinen des Dorsches beginnt die Fangsaison und sie endet, wenn die festgelegte Quote erreicht ist. In der Zwischenzeit füllen sich die Gestelle am Strand. Fisch hängt neben Fisch zum Trocknen in der frischen Luft. Ist er genügend konserviert, wird er bis in die Mittelmeerländer exportiert, wo er als Stockfisch in den Geschäften zu finden ist. Ein typisches Fischerdorf ist Henningsvaer. Rund um den kleinen Hafen gruppieren sich die bunten Häuser. Überall wird der gefangene Fisch verarbeitet, gelagert und dann verschifft.Besichtigungen: Ausflüge nach Henningsvaer und zum kleinen Trollfjord können an Bord gebucht werden.


Moderne Architektur - das Polarmuseum.
Foto: md

Tromsø – das Tor zum Polarmeer
Hier ist alles „das nördlichste“, angefangen bei Universität, dem Bischofssitz und der Brauerei, ist die Stadt doch die letzte Großstadt vor dem Nordpol. Von hier brachen Nansen und Amundsen zu ihren Expeditionen auf, starten die Flugzeuge nach Spitzbergen. Wir starten aber zu einer Stadtbesichtigung. Bei schönem Wetter lohnt sich die Fahrt mit der Gondelbahn auf den Storsteinen. Auf gut gekennzeichneten Wanderwegen, können auch kürzere Spaziergänge unternommen werden. Es ist nicht nur der Blick auf die Stadt, auch Paraglider schweben an ihren bunten Schirmen zur Stadt hinunter. Etwas erhöht liegt die Eismeerkathedrale. Auffallend ist die Form der Kirche mit dem bis zum Boden gezogenen Dach. Die Konstruktion der Kirche soll die Mitternachtssonne, die Polarnacht und das Nordlicht symbolisieren. Das Glasfenster ist mit 140 qm das größte in Europa. Besonders interessant ist das Polarmuseet. Es gibt Ausstellungen über Nansen und Amundsen, die Bedeutung der Polarregion und die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die Region. Man hat kaum eine Vorstellung, das Umweltsünden, die viel südlicher begangen werden, so hoch im Norden noch Schäden verursachen.

Ein Eisbär - Symbol für Hammerfest
Hammerfest, die nördlichste Stadt, erreicht das Schiff nach der Durchfahrt zwischen den Inseln Sørøya und Seiland. Was Hammerfest so wichtig macht, ist der auch im Winter eisfreie Hafen. Dank des Golfstroms, der ständig warmes Wasser aus der Karibik schaufelt, hat die Westküste Norwegens verhältnismäßig milde Temperaturen. Selbst Tromsø erlebten wir bei 24 ° C.


Nils, der Lappe. Foto: md

Von Honningsvåg zum Nordkap
Kaum jemand kann es erwarten, bis das Schiff in Honningsvåg anlegt. Der Hafen ist der Startpunkt des Busausfluges zum Nordkap. Nur 40 km trennen die Reisenden vom Ende der Welt. 307 Meter hoch ist der letzte Fleck Europas. Dann nur noch Wasser, Eis und irgendwann – der Nordpol. Im Eintrittspreis für das Plateau, ist ein Besuch der Nordkap-Halle inbegriffen. Auf großer Leinwand wird in der Halle das Nordkap bei Sonnenschein gezeigt, egal ob es draußen regnet oder schneit. In der Champagner-Bar gibt es noch ein Glas Pitzelwasser, um den Besuch des Kaps gebührend zu feiern.

Kirkenes – am Wendepunkt
Die Stadt ist die letzte norwegische Siedlung vor der russischen Grenze. Jahrhunderte war die Grenze offen, bis sie im Kalten Krieg geschlossen wurde. Mittlerweile öffnet sie sich wieder, was dem Handel zwischen Norwegen und Russland Auftrieb gibt. Ohne große Formalitäten kann auch ein Tagesausflug nach Murmansk gebucht werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Kirkenes stark bombardiert, alle Kriegsparteien hatten ein Auge auf die reichen Erzgruben geworfen. Die Bevölkerung musste 300 Bombenangriffe ertragen. Wie, dass kann man noch im Andersgrotta sehen, einen Tunnel, in dem 2000 Menschen zwei Monate ausharrten.

Nach einigen Stunden geht es wieder an Bord. Die Reise geht zurück nach Bergen. Es ist aber keine Wiederholung der Häfen, denn Städte und Orte, die nordwärts nachts angelaufen wurden, sieht man jetzt bei Tage.

Quelle: pairola-media (md) für affilian.de

» Lesen Sie hier auch den Teil 1 des Reiseberichts

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