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Die Inside-Passage - Entlang Alaskas Pazifikküste Teil 2 |
Veröffentlicht am 31.05.2005
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Totems – eine geschnitzte Familiensaga
Im Totem Heritage Center zeigen einheimische Tlingit-Indianer die Kunst des
Totemschnitzens. Totems haben übrigens nichts mit Geisterbeschwörung oder
Ähnlichem zu tun. Sie sind die geschnitzte Chronik einer Familie. An dem
Totempfahl, der vor der Hütte aufgestellt war, konnten die Indianer die gesamte
Sippengeschichte ablesen. Aus einem langen Baumstamm, schnitzt der
„diensthabende“ Indianer Gesichter, Masken, Ornamente und Vögel. Für die
Bemalung wurden früher nur Farben verwandt, die in der Natur vorkamen:Graphit
für Schwarz, Kupferoxyd für Blau und Eisenoxyd für Rot. Heute greift man aber
auch schon mal zum Ölfarbeimer. Im Center und auch in der ganzen Stadt
verstreut, stehen die Totempfähle. Viele stammen aus verlassenen
Tlingit-Dörfern. Halb verrottet wurden sie ins Center gebracht und wieder
restauriert. Auch ein Zeichen, dass sich die Indianer wieder auf ihre alten
Werte besinnen und ihre Kultur wiederbeleben.
Lachsfang – Lachszucht
Viele der Einwohner Alaskas leben vom Lachs. Nach dem die Horden der Goldgräber
abgezogen waren, konzentrierte man sich auf den Fischfang. Das geschah so
gründlich, dass die Gewässer bald überfischt waren. Die Industrie hatte sich
selbst ihre Existenzgrundlage vernichtet. Heute wird der Fischfang kontrolliert,
und auch der Lachsbestand erholt sich ständig. Das ist auch den Lachsfarmen zu
verdanken. In Ketchikan kann eine dieser Zuchtanstalten besucht werden. In
großen Becken wird das kristallklare Wasser des Flusses aufgefangen. Die jungen
Lachse nehmen so den Geruch und Geschmack ihres Geburtsgewässers auf. Nach etwas
5 Jahren kehren die geschlechtsreifen Tiere hierher zurück um zu laichen. Je
nach Jahreszeit, wimmelt der Fluss von Lachsen, die sich zu den Laichplätzen
schlängeln.
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Mit
dem Fernglas auf der Pirsch
Noch liegt Nebel über dem Wasser. Er macht das Navigieren in der Passage recht
schwierig und verlangt die volle Aufmerksamkeit des Kapitäns. Denn das Wetter
kann sich im Sommer schlagartig ändern, eben noch blauer Himmel, dann
sintflutartige Regenfälle und Nebelbänke. Im Frühjahr und Herbst bleibt das
Wetter aber stabil. Friedlich liegt die Inside-Passage vor uns. Vorbei geht die
Fahrt an einem Gewirr von kleinen und kleinsten Inseln und winzigen Ortschaften.
Die nahrungsreichen Gewässer locken nicht nur Fisch, sondern auch ihre Jäger an.
Auf den Felsen sonnen sich Robben und putzige Otter tauchen mit einer Muschel
auf, die sie mit einem Stein öffnen. Mit etwas Glück sieht man die riesige Fluke
eines abtauchenden Buckelwales oder die Flosse eines Schwertwales auf der Jagd
nach Robben. Auch am Ufer lassen sich Tiere beobachten. So ziehen Karibus durchs
Gras, immer auf der Hut vor den hungrigen Bären. Aber die Gefahr gefressen zu
werden ist nicht groß, denn die Bären schlagen sich den Magen mit den leicht zu
fangenden Lachsen voll. Aber Vorsicht ist immer angebracht.
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Juneau – Hauptstadt mit Gletscher
Der nächste Stopp ist Juneau. Dreizehn Jahre nach dem Kauf Alaskas von den
Russen, wurde die Stadt gegründet. Sie wurde rasch der Mittelpunkt des
Goldrausches, nachdem Pioniere von einer Expedition in die Wildnis Gold
mitgebracht hatten. Die Nachricht löste einen wahren Wettlauf auf die
ergiebigsten Fundstätten aus. Heute erinnert nicht mehr viel an diese Zeit. In
der Innenstadt gibt es noch einige Häuser und Saloons aus der Gründerzeit, aber
moderne Häuser prägen die Skyline der Stadt. Eigentlich ist Juneau ein Städtchen
mit 30.000 Einwohnern, aber als Regierungssitz des Staates Alaska, will man
natürlich auch Hochhäuser haben. Imposant ist die Lage der Stadt. Sie liegt am
Gatineau-Channel und die steilen Hänge des Mount Juneau und Mount Roberts sorgen
dafür, dass die Stadt sich nur am Wasser entlang ausbreiten kann. Die bunten
Holzhäuser ziehen sich noch einen Teil der Hänge hinauf, aber dann gibt es nur
noch dichten Nadelwald und Wasserfälle. Der Stadtteil Mendenhall Valley
erstreckt sich bis an das Ufer des Gletschersees. Wo heute bereits Häuser
stehen, war vor einiger Zeit noch der Gletscher. Aber die Eismasse zieht sich
mehr und mehr zurück, zur Zeit mit einer Geschwindigkeit von 1o m pro Jahr. Ein
Hubschrauber bringt Touristen zum Icefield, dass sich hinter der ersten
Bergkette erstreckt. Riesig erstreckt sich das Eisfeld unter dem Heli. Das Eis
blendend weiß mit schwarzen Streifen aus abgeriebener Erde und Gesteinsbrocken,
wird von tiefen Spalten durchzogen. Schon unnatürlich blau schimmert das
Schmelzwasser in den Vertiefungen. Für kurze Zeit kann auf dem Gletscher
gelandet werden und vor Ort gibt es Informationen über die Entstehung und
Bewegung des Gletschers.
Goldrauschzeit unter Denkmalschutz
Weiter im Norden liegt das Städtchen Skagway. Der Ort wirkt wie ein einziges
Museum aus der Zeit des Goldrausches. Damit es auch so bleibt, wurde fast der
ganze Ort unter Denkmalsschutz gestellt. Aber die Atmosphäre ist nicht
nachgestellt, die vielen Häuser und Holzbürgersteige stammen noch tatsächlich
aus den Jahren 1897 - 1899, als die Stadt vor Menschen nur so wimmelte.
Schließlich war Skagway damals die größte Stadt Alaskas. Die Stadt war
Ausgangspunkt für den mörderischen Marsch zum Klondike. Tausende schleppten sich
schwerbepackt über den Chilkoot Pass, beherrscht von dem einzigen Gedanken –
Gold. Noch heute kann man mit Zelt und Rucksack den Chilkoot Trail erwandern.
Wer es bequemer liebt, benutzt die White Pass & Yukon Railway. Mit dem Bau
dieser Eisenbahnlinie wurde der Boom beendet, denn sie machte dem fürchterlichen
Marsch über Chilkoot ein Ende. Jetzt befördert die Bahn Touristen zum White
Pass. In einer zweistündigen Fahrt gelangt man zum Pass, und nach einer Pause
fährt der Zug zurück nach Skagway. Durch die großen Fenster des Panoramawagens
genießt man die Wildnis und etwas Glück sieht man auch hier Schwarzbären und
Grizzlybären. Früher ging die Bahn durch die Stadt bis zum Hafen. Über 70
Saloons säumten die Strecke. Einer der berühmtesten Saloons aus der Zeit, der
Red Onion Saloon, zieht Besucher magnetisch an den Tresen. Hier erlebt man die
Goldgräberzeit bei Bier und Whiskey, serviert von Kellnerinnen in
Originalkostümen. Tiefdekolletiert bringen sie die Getränke, und ach wie
verrucht, darf das Trinkgeld in den Ausschnitt gesteckt werden. Es gibt geführte
Rundgänge und Fußmüde werden in Oldtimer-Bussen durch den 800-Seelen-Ort
kutschiert.
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Kalbende Gletscher
Jetzt ist es nicht mehr weit zur Glacier Bay. Die Fahrt geht vorbei an einer
grandiosen Fjordlandschaft. Steil und hoch ragen die Felswände aus dem Meer. Die
weiterentfernten Berge haben schon wieder einen Hauch von Schnee, die Blätter
der Bäume färben sich langsam rot und gelb, Vorboten des nahenden Winters. Fast
greifbar ist die Stille in der Bucht. Kleine Eisberge treiben am Schiff vorbei,
als es sich dem Gletscher nähert. An Deck wartet alles auf das Kalben des
Gletschers. Durch die Vibration der Schiffe brechen immer wieder große
Eisbrocken ab und stürzen mit Getöse ins Meer. Das Ganze begleitet vom Surren
der Kameras, Klicken der Fotoapparate und dem typischen „Wow!“ der Passagiere.
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Victoria - Very British
Den Abschluss der Reise bildet der Stopp in Victoria auf Vancouver Island. Die
urbritische Atmosphäre macht die Stadt zu einem beliebten Ausflugsziel und lockt
jährlich 2 Mio. Besucher an. Ein Superschiff wie die Infinity passt natürlich
nicht in den kleinen Inner Harbour, aber von der Pier lässt sich die Innenstadt
bequem in 20 Minuten zu Fuß erreichen. Obwohl in Kanada, bekommt man schnell das
Gefühl in einer englischen Kleinstadt zu sein. Alles ist „very British“, wird
doch alles getan, um die typische Architektur zur erhalten und Traditionen zu
pflegen. Berühmt ist die Stadt für ihre große Zahl an Parks und Gärten,
verteilen sich doch 60 Anlagen über die Stadt. Die gemütliche Stadt ist
eigentlich der richtige Abschluss nach der Kreuzfahrt mit Schnupperkurs in
Sachen Wildnis, Abenteuer und unberührter Natur.
Quelle: pairola-media (Mike Dojel) für affilian.de
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